„Ein großer und schöner Ton”
Tanja Becker-Bender erhielt früh höchste Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben. Als Solistin arbeitete sie mit internationalen Orchestern und Dirigenten wie Fabio Luisi oder Kurt Masur zusammen, ihre preisgekrönten Aufnahmen – etwa der Paganini-Capricen – begeistern Publikum und Kritik. Neben ihrer weltweiten Konzerttätigkeit prägt sie als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg eine neue Generation von Musikerinnen und Musikern.
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Die „années folles“, die wilden Zwanziger Jahre, kamen von Paris aus ins restliche Europa, einschließlich Berlin. Im damaligen Schmelztiegel Paris fand der Jazz, neu aus den USA importiert, großen Anklang und wurde von den Komponisten aufgegriffen – Ravel mit seinem berühmten „Blues“, Martinů mit einer kompletten Sonate mit Jazz-Charakter – aber auch der amerikanische „Bad Boy“ der Musik George Antheil, bekannt für seine „Ballets Méchaniques“. Die geniale, jedoch früh verstorbene Komponistin Kaprálová verbrachte prägende Zeit an der Seite von Martinů, und Germaine Tailleferre, von Ravel hoch geschätzt, schaffte in diesem Umfeld eine ganz eigene, lässig auf den Punkt gebrachte Musiksprache.
| Germaine Tailleferre | Sonate für Violine und Klavier (1921) |
| Bohuslav Martinů | Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 (1929, Paris) |
| George Antheil | Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 (1924, Paris) |
| *** | |
| Vítězslava Kaprálová | Legende und Burleske op. 3 (1932) |
| George Gershwin, arr. Samuel Dushkin | Short Story für Violine und Klavier (1925) |
| Maurice Ravel | Sonate für Violine und Klavier (1922-27) |
| Änderungen vorbehalten |
Besetzung:
Tanja Becker-Bender, Violine | Sofya Melikyan, Klavier
Was bedeutet ein Jahrhundert, und wie drückt Musik im Wandel der Jahrhunderte Menschliches aus? In diesem Programm spüren die Musikerinnen Meilensteinen nach, die jeweils ein Jahrhundert von der Geburt des großen ungarischen Komponisten entfernt und seiner Musik doch ganz nah sind – mit Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, Georges Enescu, natürlich Werken von Kurtág selbst sowie neu entstandenen Werken des spanischen Komponisten Ivan Solano, der viele Jahre lang bei Kurtág in Budapest studierte.
| György Kurtág | Auswahl aus „Játékok” für Klavier solo und „Signs, Games and Messages” für Violine solo |
| verbunden mit | |
| Johann Sebastian Bach | Drei Arien aus Kantaten aus dem Jahr 1726 (arr. für Violine und Klavier) |
| verbunden mit | |
| Ivan Solano | „After Kurtág”, gewidmet dem Duo Becker-Bender/Melikyan (2026) |
| Franz Schubert | Rondo Brillant h-Moll für Klavier und Violine D895 (1826) |
| *** | |
| Georges Enescu | Sonate Nr. 3 a-Moll op. 25 „dans le caractère populaire roumain“ (1926) |
| György Kurtág | Tre pezzi für Violine und Klavier (1978) |
| Änderungen vorbehalten |
Besetzung:
Tanja Becker-Bender, Violine | Sofya Melikyan, Klavier
In der Zeit der Romantik waren Gemeinschaftskompositionen gar nicht so selten – hier soll eine der bekanntesten erklingen, nämlich die FAE-Sonate, die Robert Schumann, sein Schüler Albert Dietrich und der gerade von ihm „entdeckte“ und beherbergte junge Brahms zusammen schrieben als Geschenk an den Geiger Joseph Joachim. Warum Clara Schumann, die gerade in dieser Zeit auch kompositorisch aktiv war, nicht dazu beitrug, kann nur Spekulation bleiben – der Freundeskreis soll aber durch ihre Romanzen aus demselben Jahr und ebenfalls Joseph Joachim gewidmet, komplettiert werden. „Frei, aber einsam“ – das Lebensmotto des jungen Joseph Joachim – könnte ebenso das der Komponistin Emilie Mayer gewesen sein, die sich nach Verlust beider Eltern alleine nach Berlin begab, ihren Traum verwirklichte und sich als Komponistin zielstrebig etablierte, mit beträchtlichem Erfolg übrigens. – Die damit gekoppelte Sonate von Mozart nimmt suchend zwischen Dur und Moll romantisch kreisende Ideen gleichsam vorweg.
| Wolfgang Amadeus Mozart | Sonate für Violine und Klavier F-Dur KV 377 (1781) |
| Emilie Mayer | Sonate für Violine und Klavier in Es-Dur (vor 1855) |
| *** | |
| Clara Schumann | Drei Romanzen für Violine und Klavier op. 22 (1853) |
| Robert Schumann/Albert Dietrich/Johannes Brahms | „FAE-Sonate”, gewidmet Joseph Joachim nach dessen Motto „Frei, aber einsam“ (1853) |
| Änderungen vorbehalten |
Besetzung:
Tanja Becker-Bender, Violine | Sofya Melikyan, Klavier
Als Georges Enescu als 14-Jähriger am Pariser Konservatorium in den Fächern Violine, Klavier und Komposition aufgenommen wurde, nahm ihn Gabriel Fauré unter seine Fittiche – wie übrigens etwas später auch die ebenfalls hochbegabte Lili Boulanger, deren Schaffen jedoch durch den frühen Tod ein jähes Ende fand. Enescu entwickelte seinen Stil weiter und griff später im Leben zurück auf seine rumänischen Wurzeln. Er wurde seinerseits zum Förderer des rumänisch-französischen Komponisten Mihalovici, eines der Mitglieder der „École de Paris“, dessen Musik aktuell eine hochverdiente Renaissance erfährt.
| Gabriel Fauré | Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 13 (1875-76) |
| Marcel Mihalovici | Sonate für Violine und Klavier Nr. 2, op. 45 (1941) |
| *** | |
| Lili Boulanger | „Nocturne“ und „Cortège“ für Violine und Klavier(1911, 1914) |
| Georges Enescu | Sonate Nr. 3 a-Moll op. 25 „dans le caractère populaire roumain“ (1926) |
| Änderungen vorbehalten |
Besetzung:
Tanja Becker-Bender, Violine | Sofya Melikyan, Klavier